Die aktuelle Vuvuzela-Debatte

Statements und Lösungsvorschläge von John Groves, CEO GROVES Sound Communications

Die Vuvuzela ist gemäß unserer Sound Branding Terminologie ein „Sonic Mnemonic“. Das bedeutet, dass ein Klangreiz direkt mit einer Handlung oder einem Markenwert in Verbindung steht. Wenn diese Verbindung einmal erstellt wurde, triggert der Klang die Assoziation automatisch (prompted recall). In unserem Fall löst der Klang der Vuvuzela spontan die Assoziation zur WM aus. Jedoch die Qualität dieser Assoziation muss nun hinterfragt werden. Noch in der ferneren Zukunft wird der Vuvuzela-Klang die Erinnerung an die WM 2010 hervorrufen, aber eine Großzahl der Leute wird dann wohl in erster Linie an die nervige Lärmbelästigung zurückdenken.

Das Hauptproblem der Vuvuzela-Beschallung besteht meiner Meinung darin, dass der konstante Lärmpegel im Stadion den natürlichen, emotionalen Spannungsbogen und die Dynamik der gewöhnlichen Fan-Geräusch-Kulisse verdrängt. Die angespannte Stille, bevor ein Tor fällt und der Begeisterungssturm nach einem Torerfolg werden auf ein Minimum reduziert und von einem hypnotischen Dröhnen überdeckt. Die Dauerbeschallung in dieser extremen Lautstärke nervt.

Die negative Wirkung eines derartigen Lärmpegels auf die menschliche Psyche ist wissenschaftlich erwiesen. Hier sollte man also nicht nur an die Zuschauer, sondern auch an die Spieler denken. Zu Recht fordern jetzt viele Menschen eine Lärmreduzierung.

Jedoch ist es meiner Ansicht nach keine gute Idee, die Instrumente grundsätzlich zu verbieten, da es sich um ein Kulturgut handelt. Ansonsten müsste man im Hinblick auf die WM 2014 in Brasilien genauso strikt verfahren und schon im Vorfeld die landestypischen Samba-Drums verbannen. Das führt zu weit.

Lösungsansätze, um den Lärm zumindest für die Zuschauer am Fernseher erträglich zu machen, müssen her!

Die Idee ist, die Technik umzugestalten, um die Schallwellen zu dämmen und den Lärm zu reduzieren. Außerdem könnten die Kommentatoren vor Ort im Stadion mit Glaskabinen abgeschirmt werden.

Unsere Kollegen von WAVES, dem weltweit führenden Hersteller von Audiosignalbearbeitungsoftware, bieten eine brandaktuelle Software für TV und Berichterstattung an. Die sogenannte “Vuvuzela Noise reduction solution” minimiert den Lärm schon bei der Übertragung. Siehe https://www.waves.com/content.aspx?id=5798

Auch ein pfiffiger Computerfreak hat sich bereits eine Lösung einfallen lassen, die im Prinzip von jedem Fernsehzuschauer angewandt werden kann. Man muss lediglich ein bisschen technisch versiert sein, um das Fernsehgerät an den Computer anzuschließen. Laut seiner Recherchen dröhnen die Tröten im Grundton AIS (Ton A, der um einen zusätzlichen Halbton erhöht wurde) mit einer Frequenz von 233 Hz. Die Obertöne liegen dem Blogger zufolge bei 466 Hz, dann bei 932 Hz und 1864 Hz (die Hertzzahl verdoppelt sich einfach). Damit dieser (lästige) Ton ausgefiltert werden kann, braucht man also ein entsprechendes Gegenmittel, welches genau diese Frequenzen beseitigt. Ein solches Mittel stellen diverse Audio-Software-Programme zur Verfügung. Beim konkreten Beispiel wird Apples Logic Express 8 herangezogen. Es reichen jedoch auch weniger umfangreiche Programme wie etwa BandGarage (Apple) und Co. vollkommen aus. Siehe:
https://www.oe24.at/digital/Vuvuzela-Filter-fuer-den-nervenden-Ton-0724292.ece

Mit diesen hilfreichen Ideen und Lösungen ausgestattet, freuen wir von GROVES Sound Communications uns auf die bevorstehenden WM-Wochen. Die Vuvuzelas können uns das Vergnügen nicht verderben!

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